Die Tagungen sind zu einer guten Tradition geworden und bieten die Chance, sich einem Thema intensiver zu widmen. Spirituelle Themen stehen hier in Vordergrund.

Minima Theologica – Spuren des Heiligen heute

Ref.: Prof. Dr. Jan-Heiner Tück, Wien

Veranstaltungsort: Gemeindezentrum der Christuskirche, Häktweg 4–6, 18057 Rostock

Zeit: 9.45 – 15.30 Uhr

Auch in den beschleunigten Lebenswelten von heute gibt es Spuren des Heiligen: Momente, in denen der säkulare Horizont über sich selbst hinausweist, Erfahrungen menschlicher Selbsttranszendenz, die klar machen, dass das, was ist, nicht alles ist. In Kunst, Literatur, Musik und Architektur lässt sich ein Vorschein der Fülle erfahren.

Im Vorspiel zu seinem Buch schreibt Prof. Tück: „Fehlt nichts mehr, wenn Gott fehlt? Können wir uns mit der Welt, in der wir leben, so arrangieren, dass wir rundum zufrieden sind und nichts mehr vermissen? Klar, können wir, sagen die einen. […] Nein, sagen die anderen, die alte Lehre von der Gottebenbildlichkeit des Menschen kann doch wegen der Verdunstung des Glaubens und der wachsenden religiösen Indifferenz nicht vorschnell  aufgegeben werden.

Der Mensch ist von Natur aus religiös, er hat eine Antenne für Gott, es gibt eine Sehnsucht, die nicht durch irdische Glücksangebote gestillt werden kann. […] gibt es in der Skala menschlicher Erfahrungen Intensitätsmomente, die durchlässig sind auf das Andere, das hier kalkuliert vage als das Heilige  bezeichnet wird: Unverhofftes Glück, für das man danken möchte, Unterbrechungen in der wohltemperierten Existenz, die aufhorchen lassen und nachdenklich stimmen, Erfahrungen der Vergeblichkeit, die den Himmel verdunkeln, Einbrüche von Ohnmacht und Verzweiflung, die nach einer rettenden und erlösenden Macht fragen lassen. Auch im Medium des Ästhetischen gibt es Durchbruchserfahrungen, die ergreifen und staunen lassen.“

Der Referent: Jan-Heiner Tück, Dr. theol., Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien